Belastungsversuche analysieren den aktuellen Zustand eines Bauwerkes oder Bauteiles. So sichern sie nicht nur die Entwicklung neuer Produkte ab und verkürzen den Weg zur Serienreife, sondern sie ermöglichen auch den direkten experimentellen Tragsicherheitsnachweis. Belastungsversuche
- zeigen vorhandene Reserven sowie die effektive Tragsicherheit
- stützen die Berechnungen und decken auch verborgene Schäden und Mängel auf
- können kurzfristig, flexibel und mit nur minimalen Betriebseinschränkungen angewendet werden
- liefern das Ergebnis unmittelbar und ermöglicht eine objektive, schnelle Zustandsbeurteilung
- dienen als Entscheidungsbasis über Baumaßnahmen und mögliche Alternativen

Erfolgsaussichten
Das Diagramm zeigt vereinfachend das grundsätzliche Potential von Belastungsversuchen: die gemessen Reaktionen sind kleiner als die rechnerisch prognostizierten und die Versuchsziellast wird ohne Überschreiten eines Grenzkriteriums erreicht. Als Konsequenz können wir empfehlen, den nachgewiesenen Zuwachs ΔQd z.B. für eine Nutzlasterhöhung zu verwenden. Aus unserer langjährigen Erfahrungen betragen die Zuwächse meist 30-50% und können in Ausnahmefällen auch über 100% betragen. Letztere treten meist dann ein, wenn die rechnerische Beurteilung auf Annahmen beruht hat, die sehr auf der sicheren Seite gelegen haben.

Mit Belastungsversuchen wird nicht nur die Tragsicherheit kontrolliert. Ein individuell abgestimmtes Messkonzept liefert Informationen z.B. über Durchbiegung, Rissbreitenveränderung oder Dehnung, so dass die Gebrauchstauglichkeit ebenfalls nachgewiesen ist. Eine Dauerbelastung überprüft das konstante Tragverhalten über die Zeit, das jedoch nur für den aktuellen Bauzustand gültig ist. Er muss gegebenenfalls regelmäßig kontrolliert werden oder mit geeigneten Maßnahmen für den Restnutzungszeitraum erhalten bleiben.

