IGES - Ingenieurgesellschaft Experimentelle Statik mbH
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Probebelastung Stahlbetondecke, Oldenburg

Bei der Erweiterung des Einkaufszentrums mussten auch die existierenden 100 m Fluchtunnel verändert und erweitert werden. Bei den Abrissarbeiten stellte der Tragwerksplaner fest, dass die Bewehrung der Deckenkonstruktion (Filigranplatten mit Ortbetonergänzung, d ~ 20 cm) unzureichend für die zukünftige Nutzung mit Gabelstaplern war (G2 - Qk = 40 kN und qk = 15,0 kN/m²).

Wir nutzten unsere mobilen Belastungsrahmen, um die Versuchslasten regelbar mit hydraulischen Pressen im Kräftekreislauf aufzubringen. Dazu waren sie mit Zugstangen, die wir in den Fluchttunnelwänden eingeklebt hatten, rückverankert. Der experimentelle Tragsicherheitsnachweis beschränkte sich daher nur auf den Deckenbereich. Alle weiteren Bauteile (z.B. Decken anderen Konstruktionstyps, Wände, Gründung, etc.) konnten vom Tragwerksplaner konventionell nachgewiesen werden.

Mit den Belastungsversuchen ließ sich nicht nur die ausreichende Gebrauchstauglichkeit und Tragsicherheit für die gewünschte Nutzung nachweisen sondern auch ihr Tragverhalten analysieren: 
  • die Deckenplatte war frei drehbar auf den Wänden gelagert
  • die Stahlbetonplatte ging erst oberhalb der Gebrauchslast in den Zustand II über
  • die Risse quer zur Spannrichtung öffneten sich während der Versuche weniger als ∆wmax ≤ 0,13 mm 
    (Gesamtrissweite wmax ≤ 0,1 + 0,13 = 0,23 mm). Da sich die Risse bei quasi-ständiger Belastung (FQ) nur um ca. ∆wk ≤ 0,08 mm öffneten (Gesamtrissweite wk ≤ 0,1 + 0,08 = 0,18 mm), war das Gebrauchstauglichkeitskriterium (wk ≤ 0,4 mm) erfüllt.



Projektinformationen

Objektyp: Einkaufszentrum
Bauteil: Tunnel
Motivation: Nutzlasterhöhung
Leistung: Belastungsversuch