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Spannbetonbinder

Spannbetonbinder

An den Spannbeton-Dachbindern einer Produktionshalle war aufgefallen, dass nahezu alle Binder Bohrlöcher im Bereich der Spanngliedlage aufwiesen. Da unklar war, wie tief jeweils gebohrt wurde, konnte nicht ausgeschlossen werden, dass bei einzelnen Bauteilen Spannglieder verletzt worden sind. Angebohrte Spannglieder sind (theoretisch) als Ausfall des Spanngliedes zu werten.

Es bestand die Vermutung, dass die Spannbetonkonstruktion erhebliche Tragreserven besitzt, die durch zerstörungsfreie Belastungsversuche (Nutzlasten zzgl. Sicherheitsanteile) überprüft und nachgewiesen werden sollten.

Durch das Sachverständigenbüro Sibet GmbH wurden insgesamt 58 geschädigte Binder identifiziert. Die Versuchslasten und der Versuchsaufbau waren so gewählt, dass die maßgebenden Schnittgrößen (Biegemoment/Querkraft) für die anzusetzenden Einwirkungen durch 5 Lasteinleitungsstellen neben den Pfetten erzeugt werden konnten:

Ständige Lasten (Ausbaulasten): g2 = 1,00 kN/m

Schneelast (nach DIN EN 1991-1-3), inkl. dem Sonderlastfall Norddeutsches Tiefland

Die Versuchslasten wurden kontrolliert über hydraulische Pressen erzeugt, während die maßgebenden Bauteilreaktionen (Durchbiegungen / Dehnungen / Neigungen) zeitgleich am Bildschirm analysiert werden konnten. Die benötigte Gegenkraft wurde durch Betongewichte am Hallenboden vorgehalten.

Bei allen 58 Bindern konnte nachgewiesen werden, dass für den Lastfall „Schnee – Norddeutsche Tiefebene“ zzgl. Ausbaulast g2 = 1,00 kN/m eine ausreichende Tragfähigkeit besteht und die Last auch bei längeren Standzeiten (>10 min) verformungskonstant abgetragen wird.

Projektinformationen

  • OBJEKTTYP: Halle
  • BAUTEIL: Binder
  • MOTIVATION: Nutzlasterhöhung
  • LEISTUNG: Belastungsversuch