Das Tribünendach des Stadions wurde betontechnologisch saniert. Während der Baumaßnahme stellte man fest, dass sich die Ausbaulasten gegenüber der Aufstellungsstatik erhöht hatten, so dass kein Bestandsschutz mehr bestand.
Es lagen keine statischen Berechnungen nach aktuellen Lastansätzen vor. Da bereits die Aufstellungsstatik Überschreitungen bis 111% (Schubspannungen) enthielt, wurde als Alternative zu konventionellen Verstärkungen daher die experimentelle Untersuchung beauftragt.
Als repräsentative Stichprobe wurden insgesamt 3 Stahlbetonkragträger auf Schnee und Windsog experimentell untersucht.
Die Versuchsziellasten konnten für den Nachweis ‚Wind+Schnee‘ ohne Erreichen eines Grenzwertkriteriums erreicht werden. Die Gebrauchstauglichkeit und Tragsicherheit der Stahlbetonbinder war damit für diese Lastrichtung nachgewiesen. Der Nachweis ‚Windsog‘ konnte nicht erbracht werden, da die Träger bei etwa Flim = 90 kN begannen, von der Stütze abzuheben (berechnete charakteristische Gebrauchslast FQ = 104 kN). Die Ergebnisse können auf alle Kragbinder übertragen werden, sofern die statischen Verhältnisse (Geometrie, Zustand, Aufbau, etc.) gleichwertig sind.